Einhaltung der Badeordnung

 

1. Antrag

Antrag der AfD Stadtverordnetenfraktion für die
Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit am 2. Februar 2017

Einhaltung der Badeordnung

Der Ausschuss für Sport und Freizeit wolle beschließen:

Der Magistrat wird gebeten,

 1. Bei den zuständigen Stellen, hierbei insbesondere der mattiaqua-Betriebskommission darauf hinzuwirken, dass große einheitliche Hinweisschilder (ca. 1,50 m x 1,50 m) welche die wichtigsten Baderegeln mit Piktogrammen sowie in den Sprachen Deutsch und Englisch wiedergeben, an gut sichtbaren Stellen im Umkleide- und Beckenbereich aller Schwimmbäder angebracht werden.

 2. Bei den zuständigen Stellen, hierbei insbesondere der mattiaqua-Betriebskommission darauf hinzuwirken, dass die Einhaltung der Badeordnung durch das Personal wesentlich konsequenter als bisher durchgesetzt wird.

 3. Bei den zuständigen Stellen, hierbei insbesondere der mattiaqua-Betriebskommission darauf hinzuwirken, dass alle Wiesbadener Schwimmbäder zukünftig Schwimmwindeln zum Kauf anbieten.

 

2. Begründungsrede

Dimitri Schulz

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

die AfD Rathausfraktion hat sich Anfang dieses Jahres mit zwei Pressemitteilungen zu Wort gemeldet. Es geht uns um die bessere Einhaltung und Durchsetzung der Badeordnung.

Es gibt drei Gruppen von Schwimmbadbesuchern.

Die erste Gruppe hält sich an die Badeordnung und möchte, dass sich alle anderen Badegäste auch an die Badeordnung halten. Dies ist die mit Abstand größte Gruppe.

Die zweite Gruppe hält sich teilweise nicht an die Badeordnung, ist sich der Verstöße aber nicht bewusst.

Die dritte Gruppe kennt die Badeordnung und verstößt ganz bewusst gegen sie. Es ist eine kleine Gruppe, aber die Größe dieser Gruppe nimmt deutlich zu.

Das ist übrigens kein schwimmbadspezifisches Phänomen, sondern eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung, die es auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens zunehmend schwerer macht, die geltenden Regeln durchzusetzen.

Wenn wir nicht alles dafür tun, dass sich die zweite und dritte Gruppe an die Badeordnung halten, werden sich zunehmend Badegäste aus der ersten Gruppe auch nicht mehr so zuverlässig und ordentlich benehmen oder sie bleiben dem Schwimmbad gleich ganz fern.

Das ist in den Wiesbadener Hallenbädern zu bestimmten Uhrzeiten und in den Freibädern der Landeshauptstadt generell durchaus bereits heute zu beobachten.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Badeordnung in Zukunft konsequenter durchgesetzt wird.

Bei der zweiten Gruppe haben wir in Punkt 1 des vorliegenden Antrages einen konkreten Vorschlag gemacht, wie man diese Badegäste ohne großen Aufwand besser informieren kann als aktuell.

Zwar hängt die Badeordnung in den Wiesbadener Schwimmbädern stets im Eingangsbereich. Dort wird sie aber kaum beachtet. Sie gehört auch in den Umkleide- und in den Schwimmbereich.

Es gibt in den Wiesbadener Schwimmbädern bereits einige große Piktogramme. Wir sollten diesen Weg weitergehen, zumal es für die Fachangestellten dann wesentlich einfacher ist, auf die Verstöße hinzuweisen.

Zudem signalisieren die Tafeln in Deutsch, Englisch und in Form von Piktogrammen auch der dritten Gruppe ganz klar, hier wird die Badeordnung gelebt und auch durchgesetzt.

Bei der dritten Gruppe hilft aber nur die freundliche und zugleich konsequente Ansprache der Verstöße durch die Fachangestellten. Wir erwarten vom Management der mattiaqua, dass dies in Zukunft konsequenter erfolgt, als es aktuell zu beobachten ist. Siehe Punkt 2 unseres Antrages.

Uns ist dabei aber sehr klar, dass nicht nur die Fachangestellten in den Schwimmbädern die zuverlässige Rückendeckung des Managements benötigen, um die Badeordnung konsequent durchzusetzen, sondern auch das Management selber die volle Rückendeckung und auch eventuell fehlende Rahmenbedingungen vom zuständigen Dezernenten erhalten muss.

Einige Badegäste aus der dritten Gruppe reagieren nämlich selbst auf freundliche Zurechtweisungen sofort mit massiven und durchaus glaubwürdigen Drohungen gegen die Fachangestellten. Das führt dazu, dass der eine oder andere Angestellte lieber ganz wegschaut. Das darf aber nicht sein. Diese aggressiven Badegäste müssen in ihre Schranken verwiesen werden. Ansonsten verlieren wir Schritt für Schritt den öffentlichen Raum.

In Punkt 3 unseres Antrages fordern wir den Verkauf von Schwimmwindeln in allen Schwimmbädern von mattiaqua und zwar sowohl den Hallen- als auch den Freibädern. Dies ist zum Zeitpunkt der Antragstellung am 25. Januar 2017 nicht der Fall und kann aus unserer Sicht problemlos umgesetzt werden. Eine reine organisatorische Regelung. Unseren Informationen zufolge verkauft aktuell nur das Thermalbad Aukammtal Schwimmwindeln.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 

3. Ergebnis

 Der Antrag wurde gegen die Stimme der AfD „durch Aussprache für erledigt erklärt“.

 

4. Pressemitteilung der AfD-Fraktion

Pressemitteilung AfD-Rathausfraktion Wiesbaden Nr. 5/2017
AfD-Rathausfraktion setzt Verkauf von Schwimmwindeln in allen Wiesbadener Bädern durch
Forderungen der AfD zeigen Wirkung. Die Fraktion wird sich weiter für eine bessere Durchsetzung der Badeordnung einsetzen.

Wiesbaden (3. Februar 2017). In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Freizeit und Sport kündigte der Betriebsleiter der Bädergesellschaft mattiaqua, Thomas Baum an, dass ab Februar in allen Wiesbadener Bädern Schwimmwindeln  für Babys verkauft werden. Die AfD hatte in ihrer Pressemitteilung vom 7. Januar 2017 darauf hingewiesen, dass solche Windeln bislang nur im Thermalbad Aukammtal verkauft werden und in ihrem Antrag vom 25. Januar 2017, den Verkauf der Schwimmwindeln in allen Bädern gefordert.

Dimitri Schulz, sportpolitischer Sprecher freut sich: „Ohne den Druck und die Forderungen durch die AfD, hätte es hier keine Verbesserung gegeben.“ Er kündigt an: „Bei der Durchsetzung der Badeordnung werden wir weiter am Ball bleiben. Hier gibt es deutliche Verbesserungsmöglichkeiten.“

Den Vorwurf von Astrid Wallmann (CDU), die AfD habe sich des Themas Bäderhygiene populistisch bemächtigt und pauschale Vorwürfe an die mattiaqua-Mitarbeiter erhoben, weist er zurück. „Wir haben in beiden Pressemitteilungen und auch in der gestrigen Ausschusssitzung differenziert argumentiert. Wir haben zudem auch von Anfang an klar gesagt, dass wir die Verantwortung für die Durchsetzung der Badeordnung eher beim Management sehen.“

Bezüglich des Vorwurfes von Alexander Winkelmann (FDP), die zweite AfD-Pressemitteilung sei „rufschädigend“, steht Schulz auf dem Standpunkt, dass „nicht die Benennung von Missständen dem Ruf der Wiesbadener Schwimmbäder schadet, sondern die Missstände selber.“

Schulz kündigt an, dass die AfD das Thema „Bessere Durchsetzung der Badeordnung“ nun auch auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Betriebskommission mattiaqua setzen werde.

 

5. (Online verfügbare) Pressereaktionen

8.1.2017

Wiesbadenaktuell

Fäkalien im Thermalbad lösen heftigen Parteienstreit aus

Eine Besucherin des Wiesbadener Thermalbades hatte im großen Becken eine Begegnung der extrem unangenehmen Art. Beim durchtauchen des Wassers mit optischer Schwimmbrille, sah sie verdächtige braune Objekte im Wasser treiben, die bei weiterer Beobachtung auf den Boden sanken. Mehrere Zeitungen berichteten in der ersten Woche darüber, ohne den genauen Zeitpunkt des Vorfalls zu nennen. Die schriftliche Reaktion der AfD mit einem Rundumschlag gegen die Hygieneverhältnisse in Wiesbadener Schwimmbädern haben im Nachgang eine heftige Diskussion zwischen Oberbürgermeister Gerich, der SPD und der AfD ausgelöst. weiterlesen…

 

7.1.2017

AKK-Zeitung

Das Wasser wird nicht sauberer, wenn man die AfD kritisiert

Anstatt die Mißstände in Wiesbadener Schwimmbädern ernst zu nehmen, kritisiert Oberbürgermeister Sven Gerich lieber die AfD und macht Witze. weiterlesen…

 

7.1.2017

AKK-Zeitung

Oberbürgermeister kann Kritik in keiner Weise nachvollziehen

„Ich kann diese völlig unberechtigte Kritik an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in keiner Weise nachvollziehen“, erklärt Oberbürgermeister Sven Gerich, nachdem seitens eines Kommunalpolitikers erklärt wurde, die Bademeister in den städtischen Bädern würden ihre Arbeit lediglich „nachlässig“ verrichten. weiterlesen…

 

7.1.2017

Merkurist

Fäkal-Skandal: Was ein Scheiß

Was da im Thermalbad Aukammtal herausgekommen ist, beschäftigt inzwischen auch das Rathaus. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Politik bei diesem Thema ein bisschen weniger auf die Kacke haut, findet Merkurist-Autor Dominik Brück. weiterlesen…

 

6.1.2017

Wiesbadener Kurier

Wiesbaden: OB Gerich nimmt Mattiaqua-Mitarbeiter nach Ekel-Alarm im Thermalbad Aukammtal in Schutz

WIESBADEN – Der Fäkalien-Vorfall im Wiesbadener Thermalbad schlägt weiterhin hohe Wellen. Nachdem die AfD-Rathausfraktion eine nachlässige Mitarbeiterführung bei Mattiaqua ausgemacht hat, meldet sich jetzt Oberbürgermeister Sven Gerich zu Wort. „Ich kann diese völlig unberechtigte Kritik an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in keiner Weise nachvollziehen“, erklärt Gerich. weiterlesen…

 

6.1.2017

Merkurist

Schwimmbad-Vorfall wird zum Politikum

Ein Malheur im Schwimmbecken löste einen Ekel-Skandal in Wiesbaden aus. Die AfD sieht die Mitarbeiter der Mattiaqua als verantwortlich für die Fäkalien im Wasser. Oberbürgermeister Sven Gerich hingegen nimmt die Bäder-Teams in Schutz. weiterlesen…

 

6.1.2017

Focus

Oberbürgermeister Gerich: mattiaqua-Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit

„Ich kann diese völlig unberechtigte Kritik an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in keiner Weise nachvollziehen“, erklärt Oberbürgermeister Sven Gerich, nachdem seitens eines Kommunalpolitikers erklärt wurde, die Bademeister in den städtischen Bädern würden ihre Arbeit lediglich „nachlässig“ verrichten. weiterlesen…

 

6.1.2017

Wiesbadener Kurier

Fäkalien im Thermalbad in Wiesbaden: „Nachlässige“ Bademeister und „Windelpflicht ab 75“?

WIESBADEN – Wegen des Fäkalien-Vorfalls im Wiesbadener Thermalbad, der auch auf der Facebookseite dieser Zeitung heiß kommentiert wird, hat die AfD-Rathausfraktion eine nachlässige Mitarbeiterführung bei Mattiaqua ausgemacht. weiterlesen…

 

5.1.2017

AKK-Zeitung

AfD-Rathausfraktion fordert Einhaltung der Badeordnung in den Wiesbadener Schwimmbädern

„Das ist nicht in Ordnung, wenn man hier durch die Sch… schwimmen mußte“ zitiert der WK eine Badbesucherin, die trotz des unangenehmen und ekligen Erlebnisses die Häfte des Eintrittspreises bezahlen mußte. Grund für die AfD-Rathausfraktion sich zu äußern. weiterlesen…