„Das Wasser wird nicht sauberer, wenn man die AfD kritisiert“

Anstatt die Missstände in Wiesbadener Schwimmbädern ernst zu nehmen, kritisiert Oberbürgermeister Sven Gerich lieber die AfD und macht Witze.

 SchwimmbadWiesbaden (7. Januar 2017). Oberbürgermeister Gerich, der auch Vorsitzender der Betriebskommission Mattiaqua ist, erweckt in seiner gestrigen Pressemitteilung den Eindruck, als würde sich die Kritik der AfD-Rathausfraktion in erster Linie gegen die Mitarbeiter der Wiesbadener Schwimmbäder richten. Das ist jedoch nicht der Fall.

Der sportpolitische Sprecher der AfD-Rathausfraktion, Dimitri Schulz, erläutert: „Wir haben den Vorfall im Thermalbad Aukammtal, den der Wiesbadener Kurier am 5. Januar 2017 aufgedeckt hat, zum Anlass genommen, um auf weitere Missstände hinzuweisen, die von vielen Badegästen in der Vergangenheit bemerkt wurden. Es ist sicher nachvollziehbar, dass wir solche Missstände erst einmal im Hinterkopf behalten und weiter beobachtet haben. Allerdings ist das Problem nun früher akut geworden als gedacht.“

Er führt weiter aus: „Es geht uns in unserer Kritik um die Benennung von Ursachen, nicht von Symptomen. Daher ist in erster Linie das Management des stadteigenen Bäderbetriebes Mattiaqua für die Beseitigung von Missständen und die Durchsetzung der Badeordnung verantwortlich. Das haben wir in unserer ersten Pressemitteilung am 5. Januar 2017 klar geschrieben.“

Dimitri Schulz

Sportpolitischer Sprecher Dimitri Schulz

Von der Unternehmensleitung fordert die AfD-Rathausfraktion als Konsequenz aus dem jüngsten Fäkalienvorfall eine straffere Mitarbeiterführung. Die Badeordnung muss zuverlässig durchgesetzt werden, damit die große Mehrheit der sich einwandfrei verhaltenden Badegäste vor einer kleinen Anzahl sich immer wieder daneben benehmenden Schwimmern zuverlässig geschützt wird.

Außerdem sollte das Personal die volle Rückendeckung der Betriebsleitung haben, die Badeordnung konsequent durchzusetzen, auch wenn das manchmal mit Streit und Ärger verbunden ist. Verstöße in den Bädern sollten viel häufiger als bisher deutlich angesprochen werden.

Schulz: „Zum Beispiel sollten Springer von Beckenrand und Badegäste, welche unangemessene Kleidung tragen, freundlich aber entschlossen vom Auf-sichtspersonal angesprochen werden und nicht erst auf Grund von Beschwerden durch andere Badegäste.“

Schulz hat einen weiteren Vorschlag: „Hilfreich wäre auch dafür zu sorgen, dass sich einige Angestellte in den Schwimmbädern nicht mehr während der Arbeitszeit mit ihren privaten Smartphones beschäftigen. Dann bleibt auch mehr Zeit und Konzentration zur Durchsetzung der Badeordnung.“

AfD-Stadtverordneter Robert Lambrou

Fraktionsgeschäftsführer Robert Lambrou

AfD-Fraktionsgeschäftsführer Robert Lambrou, ist angesichts der aktuellen Diskussion der Meinung, dass nicht die Benennung von Missständen dem Ruf der Wiesbadener Schwimmbäder schadet, sondern die Missstände selber.

Wie andere Leser des Wiesbadener Kuriers, weist Lambrou darauf hin, dass  Badbenutzer bei Hygienemängeln gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind und ernsthaft erkranken können. „In Fragen der Hygiene muss in öffentlichen Bädern eine Null-Toleranz-Linie gelten und zwar ohne Wenn und Aber. Es reicht nicht aus, die Badeordnung vor Ort aufzuhängen. Sie muss von der Badleitung und den Mitarbeitern vor Ort auch täglich zuverlässig durchgesetzt werden.“

„Man kann natürlich versuchen, das Thema zu entschärfen, indem man die Missstände pauschal abstreitet oder bewusst ins Lächerliche zieht und zum Beispiel über Unterhosen witzelt. So werden die aktuellen Probleme aber nicht gelöst und das Wasser wird nicht sauberer, wenn man die AfD kritisiert“, meint Robert Lambrou bezüglich der jüngsten Äußerungen des Oberbürgermeisters.

Robert Lambrou empfiehlt Sven Gerich die gründliche Lektüre des Artikels im Wiesbadener Kurier vom 6. Januar 2017. Dort wird eine Stammkundin des Thermalbades Aukaummtal gleich mit mehreren Beispielen zitiert, wonach andere Badegäste manchmal in Freizeitkleidung im Wasser schwimmen, anscheinend ohne jede Beanstandung durch das Aufsichtspersonal.

Zum Thema Schwimmwindeln äußerte sich der stellvertretende Badleiter des Thermalbades Aukammtal, Eric Alberti, kürzlich auf Focus Online und teilte auch dem Merkurist Wiesbaden gestern mit: „Außerdem bieten wir die Windeln in den Bädern zum Verkauf an.“

Anrufe der AfD-Fraktion am Freitagnachmittag bei den geöffneten Schwimmbädern in Wiesbaden führten jedoch zu der Erkenntnis, dass offenbar lediglich das Thermalbad Aukammtal Schwimmwindeln für Kleinkinder zum Kauf anbietet.

Das Freizeitbad Mainzer Straße, das Hallenbad Kostheim und das Hallenbad Kleinfeldchen gaben jeweils die Auskunft, dass bei ihnen gar keine Schwimmwindeln käuflich zu erwerben seien.

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