Bericht vom Tag der offenen Moschee in Wiesbaden

tag-der-offenen-moscheeWiesbaden (13. Oktober 2016). Der 3. Oktober 2016 ist unser Nationalfeiertag, der Tag der Deutschen Einheit. Bereits seit 1997 ist er aber auch Tag der offenen Moschee. Dieser Tag ist der Erinnerung an die geschichtliche Entwicklung Deutschlands und der friedlichen Wiedervereinigung beider deutscher Staaten gewidmet. Ausgerechnet diesen Feiertag zu nutzen, um die Aufmerksamkeit auf einen Teil der Bevölkerung zu ziehen, sehen wir als nicht akzeptabel an.

Die beiden AfD-Stadtverordneten Dr. Klaus-Dieter Lork und Robert Lambrou besuchten dessen ungeachtet am Tag der Deutschen Einheit fünf moslemische Gebetshäuser in Wiesbaden und betraten zum ersten Mal in Ihrem Leben eine Moschee.

Hier ist ihr Bericht.

Zehn Moscheen nahmen am Tag der offenen Moschee in der hessischen Landeshauptstadt teil. Wir gingen in die Moscheen der Gemeinden „Ahmadiyya“, „DITIB“, „Imam Hossein“,“Masjid Ali“ und „Milli Görüs“ (aufgezählt in alphabetischer Reihenfolge). Mehr ging zeitlich an einem Tag nicht.

Überall stellten wir uns mit Namen und als Wiesbadener Stadtverordnete der Alternative für Deutschland (AfD) vor.

Wir wurden in allen fünf Moscheen sehr freundlich empfangen. Teilweise behandelte man uns sogar ganz außerordentlich zuvorkommend. Das hing vermutlich mit unseren politischen Mandaten in der Landeshauptstadt zusammen.

Wir wollten mehr über die Moscheen in Wiesbaden und die Gläubigen zu erfahren. Interessiert stellten wir unsere Fragen, hörten zu und erfuhren an diesem Tag vieles über die Moscheen und deren Besucherinnen und Besucher.

Einige Aspekte fielen uns besonders auf.

FRAUEN. In vier der fünf Moscheen waren überhaupt keine moslemischen Frauen anwesend. Nur bei DITIB trafen wir Frauen, sehr viele sogar. Diese waren fast ausschließlich mit Kopftuch bekleidet. Auf unsere Frage, wo die moslemischen Frauen heute eigentlich seien, wurde uns von den anderen Gemeinden nicht wirklich geantwortet. Sie wären eben heute nicht da, die Moschee sei auch eher ein Ort für Männer.

Wir fragten uns, wie wirklichkeitsgetreu ist ein Tag der offenen Moschee ohne die moslemischen Frauen? Warum wird das an diesem Vorzeigetag so gemacht?

Frauen müssen zudem stets in separaten Räumen beten. Dadurch haben sie oft die schlechteren Plätze. In der Regel bekommen sie den Vorbeter (Imam) überhaupt nicht direkt zu sehen. Die Gebete werden in den Raum für die Frauen übertragen. Eine gemeinsame räumliche Teilnahme ohne Sichtschutz, zusammen mit den Männern, gibt es für die Frauen nicht.

Auf die Frage, ob man denn ab und zu mal die Räume zwischen Männern und Frauen tauschen würde, um diese Schlechterstellung auszugleichen, kam in der Regel nur ein gequältes Lächeln. Viele Gesprächspartner schienen genau zu wissen, wie heikel dieser Punkt in einem westlichen Land ist. Aber nicht alle.

In einer Moschee wurde uns relativ stolz der separate Eingang für Frauen in die Moschee gezeigt. Es war ein Seiteneingang. Durch den Haupteingang dürfen anscheinend nur die Männer gehen.

Wir wissen, dass es auch im Christen- und Judentum früher üblich war, dass Frauen und Männer getrennt saßen, doch wurde diese Trennung in den beiden Religionen, im Zuge der Entwicklung der Gesellschaft, aufgehoben. Der Islam in Wiesbaden scheint diese gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland zu ignorieren.

Dr. Klaus-Dieter Lork

AfD-Stadtverordneter Dr. Klaus-Dieter Lork

SPRACHE. Um uns kümmerten sich ausgesuchte Vertreter der Gemeinden, die hervorragend Deutsch sprachen. Oft waren es die Vorstände. Die anwesenden einfachen Mitglieder der Gemeinden sprachen untereinander jedoch fast nur in anderen Sprachen. Türkisch, Persisch, Arabisch usw. Das überraschte uns sehr und wirkte äußerst befremdlich.

Wir hatten bei diesen teilweise schon seit Jahrzehnten bestehenden Wiesbadener Gemeinden eigentlich erwartet, dass die Mitglieder untereinander konsequent Deutsch sprechen würden. Doch die Anwesenden kamen jeweils nur aus einer ethnischen Region und blieben in den Gesprächen untereinander in der Regel bei ihrer Ursprungssprache.

Auch erfuhren wir, dass praktisch jede ethnische Gruppe ihre eigene Moschee in Wiesbaden hat. Afghanistan, Pakistan, Marokko, Türkei, Iran usw. Zusätzlich noch aufgeteilt in Sunniten, Schiiten und weitere Glaubensrichtungen.

Zwar wurde uns gesagt, dass jeder Moslem natürlich in jeder Moschee beten könne, doch da es oft gravierende Unterschiede im Ritus und damit verbunden in der Ausübung ihrer Religion in den Moscheen gibt, wird es ganz augenscheinlich vorgezogen, eine eigene Moschee zu haben. Die Notwendigkeit dafür wurde uns in einer Moschee auch an konkreten Beispielen verdeutlicht.

Auf unsere Frage wie viele Moscheen es denn insgesamt in Wiesbaden gäbe, wussten alle unsere Gesprächspartner überhaupt keine Antwort. Es wurde nur deutlich, dass es neben den offiziellen Moscheen noch viele „Wohnungsmoscheen“ gibt, die überhaupt nicht offiziell auftreten.

Es bleibt festzuhalten, dass in fast allen Moscheen untereinander kaum Deutsch gesprochen wird. Dazu kommt, dass die jeweiligen Imame, die wir trafen oder von denen uns berichtet wurde, entweder überhaupt kein oder nur sehr eingeschränkt Deutsch sprachen.

Uns wurde erklärt, dass der Koran auf Arabisch gelesen werden muss, weil er nicht adäquat übersetzbar sei. In vielen Moscheen sind deshalb Übersetzer anwesend, welche die in Arabisch vorgetragenen Texte dann in die jeweilige Sprache der Gemeinde und letztendlich, so wurde uns zumindest gesagt, auch ins Deutsche übersetzen.

AfD-Stadtverordneter Robert Lambrou

AfD-Stadtverordneter Robert Lambrou

SCHAULAUFEN. Der Tag der offenen Moschee ist sicher nicht für Grundsatzgespräche geeignet. Es geht mehr um das Kennenlernen der religiösen Abläufe und die Möglichkeit, mit einigen Mosleminnen und Moslems in ein Gespräch über ihre Religionsausübung zu kommen. Deshalb haben wir auch darauf verzichtet, Diskussionen über den Islam zu führen.

Dennoch hatten wir schon bei eigentlich unverfänglichen Themen das Gefühl, teilweise ein Schaulaufen zu erleben.

In der ersten Moschee wurde uns auf unsere Frage, ob es sinnvoll sei, auch zu der Ahmadiyya Moschee zu gehen, deutlich gesagt wurde, dass die Mitglieder der Ahmadiyya eigentlich nicht als Moslems angesehen werden könnten. Da uns diese Ansicht sogar religiös sorgfältig begründet wurde, stellten wir auch in den weiteren drei Moscheen dieselbe Frage.

Dort wurden stets klare Aussagen vermieden. Auf die bemerkenswerteste Antwort trafen wir bei DITIB. Dort erklärte uns eine Moslemin, sie würde Ahmadiyya überhaupt nicht kennen und auf unser erneutes Nachfragen meinte sie dann, sie hätte mal davon gehört, dass Ahmadiyya wohl innerhalb des Islam etwas weiter am Rande stehe, aber sie selbst könne dazu gar nichts sagen.

Für uns wurde auch daran deutlich, wie man in den von uns besuchten Moscheen einer Antwort auf bestimmte Fragen auswich. Denn die Erörterung von Themen, die das Bild einer heilen Welt stören, wurde zumindest am Tag der offenen Moschee nach unserem Eindruck offenbar konsequent vermieden.

Eine gewisse Ausnahme bei diesem Schaulaufen stellten Gesprächspartner in der schiitischen Moschee „Imam Hossein“ dar.

Hier gab es zwar auch einige denkwürdige Momente. Zum Beispiel wurde behauptet, dass China ein Musterbeispiel für einen funktionierenden Vielreligionenstaat sei. Wir erinnerten dann an Tibet und auch an die moslemischen Uiguren. Ach ja, da war ja was…

Auch hörten wir, dass nach dem Recht der Scharia eine Moschee nicht in einem Mietobjekt eingerichtet werden dürfe, sondern Eigentum der Gemeinde sein muss. Auf unsere Frage, ob das in Deutschland nicht irrelevant sei, da die Scharia hier nicht gelte, kam die Entgegnung: Hm, na ja. Eigentlich schon, aber…

Insgesamt hatten wir nur in dieser Gemeinde den Eindruck, dass ein verhältnismäßig offenes Gespräch stattfand. Da passte es ins Bild, das hier freimütig berichtet wurde, dass bestimmte sunnitische Gläubige in die schiitische Moschee zum Gebet kämen, weil ihnen die in ihrer eigenen sunnitischen Moschee vertretenen Auffassungen zu extrem vorkommen.

Den unangenehmen Höhepunkt erlebten wir am Ende des Tages in der Ahmadiyya-Moschee. Hier sollten wir, ohne dass wir gefragt wurden, beim Handschlag fotografiert werden und ein Ahmadiyya-Kamerateam war drauf und dran, uns zu filmen. Wir konnten das alles gerade noch unterbinden.

Das hatte nach unserer Auffassung nicht mehr viel mit dem Tag der offenen Moschee zu tun, sondern diente vielmehr der gezielten Instrumentalisierung von Besuchern und uns als AfD-Stadtverordneten. Aber vielleicht geht es an diesem Tag auch ein gutes Stück darum. Vereinnahmung. Insofern war das Verhalten einiger Mitglieder aus der Ahmadiyya-Gemeinde vielleicht auch wieder sehr konsequent.

UNSER POSITIVES FAZIT. Es waren gute Gespräche zwischen den Vertretern der moslemischen Gemeinden und AfD-Vertretern möglich, weil auch beide Seiten dieses wollten. Hervorgehoben werden sollte auch die ausgeprägte Gastfreundschaft und große Freundlichkeit an diesem Tag. Über den religiösen Ablauf in den Moscheen konnten wir viel lernen und es wurde alles sehr anschaulich dargeboten.

UNSER NEGATIVES FAZIT. Wir hatten oft deutlich das Gefühl, eine Schauvorführung zu erleben und nicht den Alltag in den Gemeinden. Für uns war es zudem sehr befremdlich, dass die anwesenden Moslems untereinander in allen möglichen Sprachen kommunizierten, aber nur selten in Deutsch, obwohl die meisten dazu durchaus in der Lage waren.

Außerdem wurde uns klar, wie stark unsere westliche Vorstellung von der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sich von den Ansichten und praktischen Abläufen in den Moscheen unterscheidet. Da verliert man einige Illusionen über einen ja auch fast gar nicht existierenden Euro-Islam, der sich auf jeden Fall in der Minderheit befindet und laut dem Islamforscher Bassam Tibi sogar gescheitert ist.

EINE LETZTE ANMERKUNG. Der 3. Oktober ist bereits mit dem Tag der Deutschen Einheit inhaltlich belegt. Ausgerechnet an diesem Datum auch noch hartnäckig seit 1997 den Tag der offenen Moschee zu veranstalten, anstatt einen anderen inhaltlich noch freien Tag dafür zu verwenden, bestätigt den Verdacht vieler Kritiker, dass der Islam sich neben seiner religiösen Komponente auch gesellschaftspolitisch in Deutschland ausbreiten möchte.

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